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Wissen · Grundlagen

Warum du dein Geld investieren musst

Inflation frisst dein Erspartes, der Zinseszins lässt es wachsen – und am Ende entscheidet beides über deine finanzielle Freiheit. Hier die vier wichtigsten Gründe, einfach erklärt mit Zahlen aus der Schweiz.

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Freiheit

Wer früh und diszipliniert spart und investiert, baut sich langfristig finanzielle Flexibilität und Freiheit auf. Dauernder Konsum und der ständige Vergleich mit anderen führen dagegen weder zu Glück noch zu Vermögen. Investieren ist kein Selbstzweck – es ist das Mittel, um irgendwann selbst über deine Zeit zu bestimmen.

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Inflation

Bei steigender Inflation werden Waren und Dienstleistungen teurer. Dir ist sicher schon aufgefallen, dass ein Döner vor 10 Jahren 8 Franken kostete und heute 14.50. Genau das ist Inflation: Für denselben Betrag bekommst du heute weniger.

Ein Beispiel: Hätten deine Eltern 1988 hundert Franken ins Sparschwein gelegt, könntest du dir davon heute nur noch Waren im Wert von rund 55 Franken leisten – fast die Hälfte ist weg. Dasselbe passiert heute: 100 Franken auf einem Konto ohne nennenswerte Zinsen sind bei 2% Inflation nach 10 Jahren noch 82 Franken wert, nach 20 Jahren noch 67 Franken. Wer mit 20 fürs Alter spart, hätte nach 45 Jahren real nur noch etwa 41 Franken – fast 60% Verlust.

Noch ein Beispiel: Wer im Januar 2020 100'000 Franken verdiente, müsste heute rund 106'500 Franken verdienen, um sich real dasselbe leisten zu können – die Inflation betrug seither 6.5%. Bei nur 103'000 Franken hat man real weniger als vor fünf Jahren.

Übrigens: Die Schweiz hatte im internationalen Vergleich grosses Glück. Über die letzten 124 Jahre verzeichnete kein anderes Land eine so tiefe durchschnittliche Inflation – nur 2.1% pro Jahr (Studie von Dimson, Marsh & Staunton).

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Die „Gebe-ich-alles-aus-Kennzahl" (LWR)

Die Lifetime-Wealth-Ratio (LWR) misst, wie viel Prozent deines erarbeiteten Nettoeinkommens du tatsächlich in Vermögen umgewandelt hast – also wie viel du gespart oder investiert hast statt ausgegeben. Ich nenne sie gerne die „Gebe-ich-alles-aus-Kennzahl". Das Pensionskassenguthaben ist dabei nicht eingerechnet, da du keinen sofortigen Zugriff darauf hast.

Für den Medianbürger ist diese Zahl ernüchternd: Zwischen 26 und 61 Jahren wandelt er nur 4% bis 6% seines Einkommens in Vermögen um. Das heisst, kumuliert wurden rund 95% des erarbeiteten Einkommens wieder ausgegeben.

Das Gute: Du kannst diese Zahl jedes Jahr selbst tracken. In die orangen Felder trägst du Nettolohn und Nettovermögen Ende Jahr ein – je höher die LWR über die Jahre wird, desto besser bist du im Sparen und Investieren:

JahrEinnahmen/JahrKumuliertNettovermögenLWR
202052'00052'00020'00038%
202153'300105'30030'00028%
202258'500163'80050'00031%
202359'800223'60070'00031%
202462'400286'000100'00035%
202567'600353'600150'00042%

Beispielhafte Berechnung. Quelle der Median-Daten: Bundesamt für Statistik (SILC), eigene Berechnung.

Und so sieht der Verlauf grafisch aus – die LWR steigt, je besser du sparst und investierst:

Lifetime-Wealth-Ratio im Zeitverlauf (Beispiel)
0%10%20%30%40%50% 38%28%31%31%35%42% 202020212022202320242025
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Zinseszins

Der grösste Hebel beim Vermögensaufbau ist die Zeit – über den Zinseszinseffekt. Zinseszins bedeutet: Auf deine bereits erzielten Zinsen bekommst du im nächsten Jahr wieder Zinsen. Das wiederholt sich Jahr für Jahr und führt vor allem in den späteren Jahren zu exponentiellem Wachstum.

Hier ein Beispiel mit einer Rendite von 7.7% (historische Rendite des Schweizer Aktienmarktes SPI):

JahrKapital kumuliertDavon Zins
010'000
110'770770
211'599829
312'492893
413'454962
514'4901'036

Du siehst: Der jährliche Zins wird jedes Jahr grösser, weil du ihn wieder reinvestierst. Über die Jahre entsteht so aus einem kleinen Investment ein grosser Endwert.

„Zinseszins ist das achte Weltwunder – wer ihn versteht, verdient ihn; wer ihn nicht versteht, bezahlt ihn."

Dieses Zitat wird Albert Einstein zugeschrieben – historisch ist die Urheberschaft allerdings nicht belegt.

Die Rechnung zeigt: Aus 10'000 Franken werden über 45 Jahre rund 281'648 Franken – eine realistische Zeitspanne, wenn man mit 20 anfängt und mit 65 in Pension geht. Während Aktien über solche Zeiträume enorm gewachsen sind, haben andere Anlagen wie Gold – aktuell stark in den Medien – für den langfristigen Vermögensaufbau historisch fast nichts gebracht. Wer global in Aktien investiert, hat trotz Schwankungen langfristig enormes Wachstumspotenzial.

Hör dir die Folge an

In dieser Podcast-Folge gehe ich durch Inflation, Zinseszins und finanzielle Freiheit – ideal zum Vertiefen:

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Quellen

Miguel Weber, Gründer von TrueFinance
Miguel Weber
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Alle Angaben, Berechnungen und Renditeangaben erfolgen ohne Gewähr auf Richtigkeit oder Vollständigkeit und dienen ausschliesslich Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Die dargestellten Einschätzungen spiegeln ausschliesslich meine persönliche Meinung wider. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Investitionen sind mit Risiken verbunden – bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals. Bitte ziehe bei konkreten Anlageentscheiden einen unabhängigen Fachspezialisten bei.