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Wissen · Vorsorge

Geldvernichtung in deiner Säule 3a: 231 Angebote im Faktencheck.

Ich habe 231 Schweizer Säule-3a-Angebote ausgewertet und die aktiven Fonds-Lösungen mit ihrer passiven Alternative verglichen – gleicher Aktienanteil, gleicher Zeitraum, gleiche Spielregeln. Das Ergebnis ist ernüchternd: 150 von 160 aktiven Lösungen haben über die letzten fünf Jahre weniger Rendite gebracht als der Durchschnitt der passiven – und kosten dich dabei mehr als das Doppelte. Das ist kein Pech und kein Ausreisser. Es ist System – und es hat einen Namen: Interessenkonflikt.

Lesezeit ca. 14 Min.· Daten: Evaluno.ch, Stand April 2026
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Die Säule 3a ist für viele die wichtigste Geldanlage ihres Lebens – jedes Jahr ein paar tausend Franken, über Jahrzehnte, steuerbegünstigt. Genau deshalb ist es so bitter, wenn dieses Geld in einem Produkt landet, das systematisch weniger abwirft als nötig. Und genau das passiert in der grossen Mehrheit der Fälle.

Ich habe mir die Mühe gemacht und den Schweizer 3a-Markt durchgerechnet: 231 Angebote, aufgeteilt in 71 passive und 160 aktive Lösungen. Für jede aktive Lösung gibt es eine passive Alternative mit dem gleichen Aktienanteil – also mit dem gleichen Risiko. Damit lässt sich sauber vergleichen, was das «aktive Management» dir wirklich bringt. Spoiler: meistens nichts. Ausser Kosten.

150 / 160
aktive Lösungen schlechter als die passive Alternative
93 %
der aktiven Fonds verlieren gegen den passiven Schnitt
2.5×
so hohe Gebühren wie die passive Lösung

Lies die Zahlen in der Mitte noch einmal: Von rund zehn aktiven 3a-Fonds schlagen neun nicht einmal den Durchschnitt der passiven Konkurrenz – und das, obwohl sie dich im Schnitt mehr als doppelt so viel kosten. Schauen wir uns an, wie das zustande kommt, warum es kein Zufall ist, und wem das nützt.

Was du nach diesem Beitrag verstehst

Aktiv, passiv – was heisst das überhaupt?

Bevor wir in die Zahlen einsteigen, die zwei Begriffe ganz ohne Fachchinesisch:

Aktiv heisst: Ein – meist teurer – Fondsmanager versucht, gezielt einzelne Aktien auszuwählen und den Markt zu schlagen. Er kauft, was er für unterbewertet hält, verkauft, was er für überteuert hält, und lässt sich diese Arbeit gut bezahlen.

Passiv heisst: Ein vorher definierter Index – zum Beispiel «alle grossen Aktien der Welt» – wird einfach so kostengünstig wie möglich nachgebildet. Kein Stockpicking, kein teurer Manager, keine Wetten. Du besitzt schlicht den ganzen Markt.

Wichtig: Verglichen wird hier nicht «sicher gegen riskant». Jede aktive Lösung wird mit einer passiven verglichen, die denselben Aktienanteil hat. Ein Fonds mit 75 % Aktien wird also nur mit passiven Lösungen mit ~75 % Aktien gemessen. Der einzige echte Unterschied ist: teurer Manager – oder nicht.

Die Auswertung: fünf Risikostufen, ein Muster

Ich habe alle Angebote nach Aktienanteil in fünf Gruppen sortiert – von defensiv (wenig Aktien) bis aggressiv (fast nur Aktien). In jeder einzelnen Gruppe wiederholt sich dasselbe Bild. Fangen wir oben an, bei den Lösungen für lange Anlagehorizonte.

90–100 % Aktien: der Renditeunterschied tut weh

Wer jung ist und Jahrzehnte bis zur Pensionierung hat, fährt typischerweise einen hohen Aktienanteil. Über fünf Jahre sieht die Bilanz so aus:

60.8 %
Rendite passiv (Schnitt, 5 Jahre)
43.7 %
Rendite aktiv (Schnitt, 5 Jahre)
13 / 15
aktive Fonds schlechter als der passive Schnitt

17 Prozentpunkte Renditeunterschied – in nur fünf Jahren. Das ist kein Rundungsfehler, das ist ein gerissenes Loch in deiner Vorsorge. Besonders entlarvend: Der schlechteste passive Anbieter dieser Gruppe lag bei rund 51 % – und damit immer noch klar über dem Durchschnitt aller aktiven (43.7 %). Anders gesagt: Selbst wenn du beim Passiv-Anbieter die schlechteste Wahl getroffen hättest, wärst du besser gefahren als der typische aktive Fonds.

Schweiz-Kontext: Von 15 aktiven Fonds in dieser Gruppe lagen nur zwei über dem passiven Schnitt – einer davon ein einzelner Ausreisser, der eine sehr spezielle Strategie fährt. Auf solche «Gewinner» kannst du dich aber nicht verlassen: Im Voraus weiss niemand, welcher Fonds in den nächsten fünf Jahren oben steht. Das ist reines Rückspiegel-Wissen.

70–85 % Aktien: kein einziger Gewinner

Eine Stufe defensiver – und das Resultat wird noch deutlicher:

50.8 %
Rendite passiv (Schnitt)
33.1 %
Rendite aktiv (Schnitt)
0 / 23
aktive Fonds über dem passiven Schnitt

Hier gibt es nichts schönzureden: Von 23 aktiven Fonds hat es kein einziger über den Durchschnitt der passiven Alternative geschafft. Nicht einer. Die Trefferquote des aktiven Managements in dieser Risikoklasse beträgt exakt null Prozent. Und auch hier: Der schlechteste passive Anbieter (~42 %) war besser als der durchschnittliche aktive (33 %).

45–65 % Aktien: ein Gewinner unter 45

31.7 %
Rendite passiv (Schnitt)
20.0 %
Rendite aktiv (Schnitt)
1 / 45
aktive Fonds über dem passiven Schnitt

45 untersuchte aktive Fonds, genau einer über dem passiven Schnitt. Das sind 98 % Verlierer. Wer hier blind in einen aktiven Fonds investiert hat, hatte rechnerisch eine 1-zu-45-Chance, überhaupt den Durchschnitt der günstigen Variante zu erreichen – geschweige denn zu schlagen.

25–40 % Aktien: aktive Fonds rutschen ins Minus

17.7 %
Rendite passiv (Schnitt)
9.9 %
Rendite aktiv (Schnitt)
52 / 57
aktive Fonds schlechter als passiv

In dieser grossen Gruppe (57 Fonds) schafften es nur fünf über den passiven Schnitt – 91 % verloren. Der schlechteste aktive Fonds landete sogar bei −1 %: Nach fünf Jahren hattest du also weniger als eingezahlt, obwohl die passive Alternative im Schnitt fast 18 % zulegte. Bei einem defensiven Produkt, das eigentlich Sicherheit verspricht, ist das ein doppeltes Ärgernis.

5–20 % Aktien: am unteren Ende geht's tief ins Minus

10.6 %
Rendite passiv (Schnitt)
4.7 %
Rendite aktiv (Schnitt)
18 / 20
aktive Fonds schlechter als passiv

Auch ganz defensiv kein anderes Bild: 90 % der aktiven Fonds verlieren, und der schlechteste rutscht auf −5.5 %. Bei einem Produkt mit kaum Aktien Geld zu verlieren, während die passive Alternative im Plus liegt – das schafft man fast nur mit hohen Gebühren auf einem mageren Portfolio.

Alles auf einen Blick

Die fünf Risikostufen nebeneinander. In jeder einzelnen schlägt die passive Lösung die aktive im Schnitt deutlich – und in jeder ist die Mehrheit der aktiven Fonds schlechter als der passive Durchschnitt:

AktienanteilPassiv ØAktiv ØDifferenzAktive schlechter
90–100 %60.8 %43.7 %−17.113 / 15
70–85 %50.8 %33.1 %−17.723 / 23
45–65 %31.7 %20.0 %−11.744 / 45
25–40 %17.7 %9.9 %−7.852 / 57
5–20 %10.6 %4.7 %−5.918 / 20

5-Jahres-Renditen (kumuliert), Stand April 2026. «Passiv Ø» = Durchschnitt der passiven Lösungen mit vergleichbarem Aktienanteil. «Aktiv Ø» = Durchschnitt der aktiven Fonds derselben Gruppe. Datenquelle: Evaluno.ch (3a-Fonds-Vergleich).

5-Jahres-Rendite: passiv vs. aktiv – je Aktienanteil
0%20%40%60% 90–100 % 60.8 43.7 70–85 % 50.8 33.1 45–65 % 31.7 20.0 25–40 % 17.7 9.9 5–20 % 10.6 4.7 passiv (Schnitt) aktiv (Schnitt) Kumulierte 5-Jahres-Rendite. Datenquelle: Evaluno.ch (3a-Fonds-Vergleich), Stand April 2026.

In allen fünf Risikostufen gewinnt die passive Lösung. Nicht knapp, nicht zufällig – sondern jedes Mal und mit klarem Abstand.

Alle 254 Angebote – schau selbst nach

Damit du dich auf kein einziges meiner Worte verlassen musst, findest du hier den kompletten Datensatz: alle 254 ausgewerteten Säule-3a-Angebote mit Anbieter, Produktname, Aktienanteil, Gebühr und 5-Jahres-Rendite. Klick auf eine Spaltenüberschrift zum Sortieren, filtere nach aktiv/passiv oder such direkt nach deinem Anbieter. So siehst du mit eigenen Augen, wo dein aktuelles Produkt steht. Die Rendite- und Gebührendaten stammen aus dem unabhängigen 3a-Fonds-Vergleich von Evaluno.ch (Stand April 2026); die Gruppierung und Auswertung nach Aktienanteil habe ich selbst gemacht.

Typ Anbieter Produkt Aktien % Gebühr % 5J %

Kumulierte 5-Jahres-Rendite (5J %) und jährliche Gesamtgebühr (TER) je Produkt. «Aktien %» = Aktienquote der Strategie. Datenquelle: Evaluno.ch (3a-Fonds-Vergleich), Stand April 2026. Werte sind Stichtagswerte und dienen der Information, nicht als Kaufempfehlung.

Und das Ganze kostet dich auch noch das Doppelte

Jetzt kommt der Teil, der das Ganze von «ärgerlich» zu «empörend» macht. Die schlechtere Rendite bekommst du nämlich nicht etwa gratis – du bezahlst einen kräftigen Aufpreis dafür:

VarianteØ Gebühr pro Jahr
Passive Lösung0.45 %
Aktive Lösung1.08 %
Mehrkosten aktiv+140 %

Aktive 3a-Fonds kosten im Schnitt 1.08 % pro Jahr, passive nur 0.45 % – also deutlich mehr als doppelt so viel. Du zahlst mehr, um weniger zu bekommen. In jeder anderen Branche wäre das ein handfester Skandal; in der Vorsorge ist es leider der Normalfall.

Und diese Differenz ist kein Detail. Eine jährliche Mehrgebühr von 0.6 Prozentpunkten klingt nach wenig, frisst über ein Vorsorgeleben aber locker einen sechsstelligen Betrag – Geld, das nicht dir gehört, sondern der Bank und ihren Fondsmanagern.

Warum Gebühren so brutal wirken: Sie werden jedes Jahr auf dein gesamtes Vermögen erhoben – auch auf die Gewinne der Vorjahre. Über Jahrzehnte arbeitet der Zinseszins so nicht mehr nur für dich, sondern zu einem grossen Teil gegen dich. Genau deshalb ist die Gebühr die zuverlässigste Renditebremse, die es gibt – und die einzige, die schon vor dem Investieren feststeht.

Warum verliert «aktiv» fast immer? Die Wissenschaft dahinter

Das hier ist kein Zufallsbefund aus fünf Jahren Schweizer 3a-Markt. Es ist exakt das, was die Finanzwissenschaft seit einem halben Jahrhundert vorhersagt. Drei einfache Gründe genügen, um zu verstehen, warum aktives Management strukturell verlieren muss.

1. Die einfachste Mathematik der Welt

Der Nobelpreisträger William Sharpe hat es 1991 auf eine Logik gebracht, die man nicht widerlegen kann. Alle Anleger zusammen besitzen den gesamten Markt. Die durchschnittliche Rendite aller Anleger ist also genau die Marktrendite – vor Kosten. Teilt man die Anleger in «aktiv» und «passiv», muss auch der Durchschnitt der aktiven gleich der Marktrendite sein, vor Kosten.

Jetzt kommen die Gebühren ins Spiel. Passive Anleger zahlen fast nichts, aktive zahlen viel. Nach Kosten muss der durchschnittliche aktive Anleger deshalb zwingend schlechter abschneiden als der durchschnittliche passive. Das ist keine Theorie, keine Studie, keine Meinung – das ist simple Arithmetik. Und genau das siehst du oben in jeder einzelnen Risikostufe.

Aktives Management ist im Durchschnitt nicht ein bisschen schlechter als passives – es muss um genau die Mehrkosten schlechter sein. Mathematisch unausweichlich.

2. Der Markt ist verdammt schwer zu schlagen

Man könnte sagen: «Gut, aber ich nehme ja nicht den Durchschnitt, sondern einen guten Manager.» Das Problem ist, dass es kaum gelingt, die guten Manager im Voraus zu erkennen. In normalen Marktphasen beobachten weltweit tausende hochbezahlte Profis mit Hochleistungsrechnern jeden Winkel des Marktes. Sobald eine Aktie auch nur einen Moment zu billig ist, wird sie gekauft – und der Preis schnellt aufs faire Niveau. Alle öffentlich verfügbaren Informationen stecken bereits im Kurs.

Das heisst: Damit dein Fondsmanager systematisch gewinnt, muss er dauerhaft schlauer sein als die geballte Konkurrenz aller anderen Profis – und das auch noch um genug, um seine hohen Gebühren wieder hereinzuholen. Ein paar schaffen das in einzelnen Phasen. Aber im Voraus weiss niemand, welche. Genau deshalb taugt die Bestenliste von gestern nichts für die Entscheidung von heute.

3. Wenige Gewinner-Aktien tragen alles

Der Forscher Hendrik Bessembinder hat gezeigt: Über die ganz lange Frist stammt praktisch der gesamte Vermögenszuwachs am Aktienmarkt von einer kleinen Minderheit der Aktien. Die grosse Mehrheit der Einzeltitel trägt unterm Strich kaum etwas bei. Wer aktiv auswählt, muss also nicht nur «gute» Aktien finden, sondern ausgerechnet diese wenigen Raketen erwischen – und gleichzeitig in ihnen investiert bleiben.

Verpasst ein aktiver Fonds nur eine Handvoll dieser Ausnahme-Gewinner, fällt er hinter den Markt zurück. Ein passiver Index dagegen besitzt sie automatisch alle – weil er einfach alles hält. Das ist der unsichtbare strukturelle Vorteil, der sich Jahr für Jahr summiert.

Auch international bestätigt: Die grossen SPIVA-Studien von S&P messen seit Jahren dasselbe. Über zehn Jahre verfehlen rund 98 % der weltweit anlegenden aktiven Fonds ihren simplen Vergleichsindex. Meine Schweizer 3a-Zahlen sind also keine Ausnahme – sie sind die Regel, nur eben auf deine Vorsorge angewendet.

Wenn's so klar ist – warum empfiehlt mein Berater dann aktiv?

Das ist die entscheidende Frage. Wenn die Datenlage seit 50 Jahren eindeutig ist und sich in jeder Auswertung bestätigt, warum bekommst du beim Beratungsgespräch trotzdem fast immer die aktive Lösung empfohlen? Die unbequeme Antwort steht schon in der Gebührentabelle weiter oben.

Stell dir vor, du verkaufst zwei fast identische Produkte. Produkt A bringt deinem Kunden nachweislich mehr und kostet ihn 0.45 %. Produkt B bringt ihm nachweislich weniger – aber es spült dir mehr als das Doppelte in die Kasse. Welches wirst du wohl «empfehlen»? Genau dieser Mechanismus läuft in tausenden Beratungsgesprächen Tag für Tag.

Der Punkt ist nicht, dass dein Berater ein böser Mensch ist. Der Punkt ist, dass er in einem System arbeitet, das ihn fürs Verkaufen der teuren Variante belohnt. Er lebt von genau den Gebühren, die deine Rendite auffressen. Sein Interesse (hohe Marge) und dein Interesse (hohe Rendite) zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Das nennt man einen Interessenkonflikt – und er ist nicht die Ausnahme, sondern in das Geschäftsmodell eingebaut.

Solange die Person, die dich «berät», an deinem Produkt mitverdient, ist sie kein Berater. Sie ist ein Verkäufer. Beides kann nett, kompetent und sympathisch auftreten – aber nur eines von beiden hat ein finanzielles Interesse daran, dass du die für dich beste Wahl triffst.

Die Mehrkosten lassen sich nicht durch mehr Rendite rechtfertigen. 93 % der aktiven Fonds liefern ja gerade weniger. Du zahlst den Aufpreis nicht für Leistung – du zahlst ihn für den Vertrieb.

Was du jetzt konkret tun kannst

Die gute Nachricht: Du bist diesem System nicht ausgeliefert. In der Säule 3a zu wechseln ist heute einfacher denn je, und es gibt eine Handvoll Anbieter, die es richtig machen – günstig, passiv, transparent, ohne dir teure Fonds anzudrehen.

Anbieter, die passiv & günstig arbeiten

Diese Namen sind keine Empfehlung im Sinne von «kauf genau das» – ich verkaufe nichts und verdiene an keinem dieser Anbieter. Es sind schlicht die Lösungen, die in den Daten gut abschneiden, weil sie auf das teure aktive Management verzichten. Vergleiche selbst, achte auf den ausgewiesenen Aktienanteil und die Gesamtgebühr (TER), und entscheide dann.

In drei Schritten zur besseren 3a
  1. Schau nach, was du hast. Steht in deinem 3a-Auszug ein aktiv gemanagter Fonds mit einer Gebühr über ~0.8 %? Dann zahlst du mit hoher Wahrscheinlichkeit zu viel für zu wenig.
  2. Wähle eine günstige, passive Lösung mit einem Aktienanteil, der zu deinem Anlagehorizont passt. Faustregel: je länger bis zur Pensionierung, desto höher darf der Aktienanteil sein.
  3. Beauftrage den Übertrag. Ein 3a-Wechsel läuft steuerneutral und meist komplett digital – du eröffnest beim neuen Anbieter und beauftragst den Übertrag, der Rest passiert im Hintergrund.
Steuerlich kein Problem: Der Übertrag von einem 3a-Anbieter zum anderen gilt nicht als Bezug und löst keine Steuer aus. Du verlierst weder den Steuervorteil noch das Einzahlungsjahr. Es ändert sich nur, wer dein Geld verwaltet – und zu welchem Preis.

Das Fazit in zwei Sätzen

Aktives Management in der Säule 3a kostet dich im Schnitt mehr als das Doppelte und liefert in 93 % der Fälle weniger als die simple passive Alternative – nicht wegen Pech, sondern aus mathematischen und strukturellen Gründen, die seit Jahrzehnten bekannt sind. Empfohlen wird es trotzdem, weil jemand an den hohen Gebühren verdient – nur eben nicht du.

Dein hart erarbeitetes Geld hat etwas Besseres verdient, als die teuren Fondsmanager einer Bank zu finanzieren. Schau dir deinen 3a-Auszug an. Wenn dort ein teurer aktiver Fonds steht, weisst du jetzt, was zu tun ist – und dass es sich lohnt.

Daten & Quellen

  1. Rendite- und Gebührendaten: Evaluno.ch – 3a-Fonds-Vergleich (unabhängiger Vergleich von über 300 Schweizer Vorsorgefonds), Stand April 2026. Eigene Gruppierung und Auswertung von 231 vergleichbaren Angeboten (71 passiv, 160 aktiv) nach Aktienanteil; kumulierte 5-Jahres-Renditen und Gesamtkostenquoten (TER).
  2. Sharpe, W. F. (1991): «The Arithmetic of Active Management», Financial Analysts Journal – die unausweichliche Logik, warum aktive Anleger im Schnitt nach Kosten verlieren.
  3. S&P Dow Jones Indices: SPIVA-Scorecards – Anteil aktiver Fonds, die ihren Vergleichsindex über 10 Jahre verfehlen.
  4. Bessembinder, H. (2018): «Do Stocks Outperform Treasury Bills?», Journal of Financial Economics – Konzentration der Aktienmarktrenditen auf wenige Titel.
  5. Fama, E. F. (1970): «Efficient Capital Markets: A Review of Theory and Empirical Work», Journal of Finance – die Theorie der informationseffizienten Märkte.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der Finanzbildung und ist keine Anlage-, Steuer- oder Vorsorgeberatung. Genannte Anbieter sind Beispiele für kostengünstige passive Lösungen und stellen keine Kaufempfehlung dar; TrueFinance erhält von keinem der genannten Anbieter eine Vergütung. Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Die ausgewerteten 5-Jahres-Zahlen sind Stichtagswerte und können je nach Stichtag abweichen. Prüfe vor einem Wechsel die aktuellen Konditionen, Gebühren und den Aktienanteil des jeweiligen Produkts und ziehe bei Bedarf unabhängigen Rat bei.

Miguel Weber, Gründer von TrueFinance
Miguel Weber
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