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Wissen · Vorsorge

«Global 100» ist nicht global: Der Schweiz-Bias in deiner Säule 3a – und wie du ihn bereinigst.

Die Lösung: echter Weltmarkt in deiner 3aMSCI ACWI IMI, ungehedgt, nur Indexfonds
  • 76 %World ex CHIndustrieländer ohne Schweiz
  • 9 %World ex CH Small Capkleine Firmen Industrieländer
  • 12 %Emerging MarketsSchwellenländer
  • 2 %SchweizSMI bzw. SPI
  • 1 %Liquiditättechnisch bedingt

Illustrativer Index-Nachbau – keine Anlageberatung oder Empfehlung.

VIAC, finpension und frankly gehören zu den besten passiven 3a-Lösungen der Schweiz. Ihre Aktienstrategien heissen «global» – und halten trotzdem im Schnitt 37 % Schweizer Aktien, obwohl die Schweiz am Weltaktienmarkt knapp 2 % ausmacht. Diese eine Entscheidung hat in den letzten fünf Jahren rund zwei Prozentpunkte Rendite pro Jahr gekostet. Die gute Nachricht: Bei VIAC und finpension kannst du den echten Weltmarkt in wenigen Minuten selbst nachbauen. Wie, zeige ich dir hier Schritt für Schritt – mit kopierbaren ISINs.

Lesezeit ca. 12 Min.· Daten: Factsheets per 31.08.2026
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Wer seine Säule 3a bei einem digitalen Anbieter in eine «Global 100»-Strategie investiert, glaubt in aller Regel: Jetzt besitze ich den Weltaktienmarkt. Passiv, breit gestreut, ohne Wetten. Genau das ist aber nicht der Fall. Die drei Lösungen, die ich mir angeschaut habe, weichen massiv vom globalen Marktportfolio ab – und zwar alle in dieselbe Richtung.

37 %
Schweiz-Anteil im Schnitt der drei 3a-Lösungen
1.9 %
Schweiz-Anteil am Weltaktienmarkt (MSCI ACWI IMI)
≈ 2 %-Pkt.
weniger Rendite pro Jahr über 5 Jahre
Was du nach diesem Beitrag verstehst

Der Massstab: Wie «global» wirklich aussieht

Wenn wir von «dem Weltaktienmarkt» sprechen, brauchen wir einen objektiven Referenzpunkt. Der breiteste gängige Index dafür ist der MSCI ACWI IMI. Er enthält 8’162 Unternehmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern – grosse, mittlere und kleine Firmen – und deckt damit rund 99 % aller weltweit investierbaren Aktien ab.

Das Entscheidende: Niemand legt hier die Gewichte fest. Jedes Land und jedes Unternehmen erhält genau so viel Gewicht, wie ihm der Markt aufgrund seines Börsenwerts zuweist. Das ist die Definition von passiv. Per Ende August 2026 sieht das so aus: Die USA machen 62.5 % aus, zusammen mit Kanada kommt Nordamerika auf 65.6 %. Die Schweiz – mit Nestlé, Roche, Novartis und allen anderen – kommt auf 1.9 %.

Die gesamte Schweizer Börse ist rund 1.9 % des Weltaktienmarkts. Das ist kein Werturteil über die Schweiz, sondern schlicht ihre Grösse.

Drei «globale» Strategien – und keine davon ist global

Ich habe die drei weit verbreiteten passiven 3a-Lösungen mit rund 95–100 % Aktien verglichen: VIAC Global 100, finpension Global 100 und den frankly 95 Index der Zürcher Kantonalbank (umgesetzt mit dem Swisscanto Vorsorge Fonds 95 Passiv). Alle drei setzen auf günstige Indexfonds – das ist gut. Aber alle drei entscheiden selbst, wie viel Schweiz im Portfolio steckt. Und da wird es spannend:

Strategie🇨🇭 Schweiz🇺🇸 Nordamerika
MSCI ACWI IMI (Weltmarkt)1.9 %65.6 %
VIAC Global 10040.1 %33.0 %
finpension Global 10040.0 %37.2 %
frankly 95 Index31.3 %*41.4 %*
Ø 3 Anbieter37.1 %37.2 %
Abweichung Ø zum Weltmarkt+35.2 %-Pkt.−28.4 %-Pkt.

Quellen: Factsheets der Anbieter per August 2026; MSCI ACWI IMI Factsheet per 31.08.2026 (USA 62.48 % + Kanada 3.12 %; Schweiz aus Marktkapitalisierung MSCI Switzerland IMI / ACWI IMI). * frankly: Werte aus der Länderaufteilung des Factsheets abgelesen, gerundet. Ausgewiesen sind Aktien Schweiz 29.3 % plus Immobilien Schweiz 2.4 %.

Schweiz und Nordamerika: Weltmarkt vs. 3a-Strategien
MSCI ACWI IMIVIACfinpensionfrankly
🇨🇭 Schweiz
MSCI ACWI IMI
1.9 %
VIAC
40.1 %
finpension
40.0 %
frankly
31.3 %
🇺🇸 Nordamerika
MSCI ACWI IMI
65.6 %
VIAC
33.0 %
finpension
37.2 %
frankly
41.4 %
Anteile in % des Gesamtportfolios, Stand 31.08.2026. frankly gerundet aus der Länderaufteilung.

Die Zahlen sind eindeutig. Der durchschnittliche Anbieter hält die Schweiz rund 20-mal so stark wie der Weltmarkt: 37 % statt 1.9 %. Das Geld dafür fehlt woanders – vor allem in Nordamerika, das mit 37 % statt rund 66 % fast um die Hälfte untergewichtet ist.

Bei finpension kommt noch etwas dazu: Ein Fünftel des Portfolios steckt in einer währungsgesicherten Variante des Weltfonds, insgesamt lauten 60 % des Vermögens auf Franken. Auch frankly sichert Fremdwährungen teilweise ab. Beides sind weitere Entscheide, die der Weltmarkt so nicht vorsieht.

Wichtig: Die Produkte sind nicht schlecht – im Gegenteil, sie gehören zu den günstigsten und saubersten 3a-Lösungen am Markt. Mein Punkt ist ein anderer: Wer «global» liest, erwartet den Weltmarkt. Bekommen tut er ein Schweiz-Portfolio mit einer internationalen Beimischung.

Was die Abweichung gekostet hat: fünf Jahre in Zahlen

Eine Übergewichtung ist nicht automatisch schlecht – sie ist eine Wette. Und diese Wette ist in den letzten fünf Jahren klar nicht aufgegangen. Hier die annualisierten Renditen in Franken, jeweils per Ende August 2026:

AnlageSchweiz-Anteil5 Jahre kumuliertRendite p.a.Aus CHF 100’000 wurden
SPI (Schweizer Aktienmarkt)100 %+25.1 %4.58 %CHF 125’100
finpension Global 10040.0 %+33.3 %5.92 %CHF 133’300
frankly 95 Index≈ 31 %+37.8 %6.63 %CHF 137’800
VIAC Global 10040.1 %+38.9 %6.80 %CHF 138’900
Ø 3 Anbieter37.1 %+36.7 %6.45 %CHF 136’700
MSCI ACWI IMI (in CHF)1.9 %+49.8 %8.42 %CHF 149’800
S&P 500 (USA, in CHF)0 %+64.7 %10.49 %CHF 164’700

Anbieter: Renditen nach Kosten gemäss Factsheets (5 Jahre annualisiert). MSCI ACWI IMI: 10.97 % p.a. in USD, umgerechnet mit USD/CHF 0.9303 → 0.8283; Bruttoindex ohne Kosten. Ein realer MSCI-ACWI-ETF erzielte im selben Zeitraum 8.84 % p.a. in CHF. SPI und S&P 500 in CHF. Stichtage können wenige Tage abweichen.

Rendite pro Jahr in CHF, 5 Jahre bis August 2026
SPI (Schweiz)
4.58 %
finpension Global 100
5.92 %
frankly 95 Index
6.63 %
VIAC Global 100
6.80 %
MSCI ACWI IMI
8.42 %
S&P 500 (USA)
10.49 %
Annualisierte Rendite in CHF. Anbieter nach Kosten, MSCI ACWI IMI als Index ohne Kosten.

Das Muster ist offensichtlich: Je mehr Schweiz, desto tiefer die Rendite. Der Schweizer Markt (SPI) hat in diesen fünf Jahren 4.6 % pro Jahr geliefert, der US-Markt 10.5 % – in Franken gerechnet, also bereits nach dem schwächeren Dollar. Genau die Region, die am schlechtesten gelaufen ist, wurde massiv übergewichtet. Und genau die Region, die am besten gelaufen ist, wurde massiv untergewichtet.

Rechnen wir es auf ein konkretes Vermögen herunter: Aus CHF 100’000 wurden im Schnitt der drei Anbieter rund CHF 136’700 – mit dem Weltmarkt wären es rund CHF 149’800 gewesen. Das sind rund CHF 13’000 Unterschied in fünf Jahren.

Fair gerechnet: Ein Teil der Lücke sind Gebühren. Die Anbieter-Renditen sind nach Kosten (rund 0.4 % p.a.), der Index ist ohne Kosten gerechnet. Selbst wenn man diese 0.4 Prozentpunkte abzieht, bleibt eine Lücke von rund 1.6 Prozentpunkten pro Jahr – und die geht praktisch vollständig auf die Gewichtung zurück, nicht auf die Produktkosten.

Ein aktiver Eingriff in einem passiven Produkt

Hier liegt der eigentliche Widerspruch. Passiv investieren heisst: Ich wette nicht darauf, welches Land oder welche Firma besser läuft. Ich nehme den Markt, wie er ist. Wer aber die Schweiz 20-fach übergewichtet, trifft eine der grössten aktiven Entscheidungen, die man in einem Aktienportfolio überhaupt treffen kann – nur eben nicht über die Titelauswahl, sondern über die Ländergewichtung.

Dass diese Wette in den letzten fünf Jahren schiefgegangen ist, ist dabei gar nicht das Hauptargument. Die Schweiz kann auch wieder Phasen haben, in denen sie besser läuft als die USA. Das Problem ist grundsätzlicher: Niemand weiss das im Voraus. Ein Übergewicht ist nur dann sinnvoll, wenn man zuverlässig vorhersagen kann, welcher Markt besser abschneiden wird. Genau das ist nach allem, was wir aus der Forschung zu effizienten Märkten wissen, nicht möglich. Die Wette erhöht also das Risiko, ohne eine höhere erwartete Rendite zu bieten.

Home Bias: «Weil man es halt so macht»

Die drei Anbieter sind mit diesem Vorgehen nicht allein – im Gegenteil. Ein starker Home Bias, also die Übergewichtung des eigenen Heimmarkts, ist in der Schweizer Vorsorge der Normalfall. Das gilt für praktisch alle 3a-Lösungen von Banken und Versicherungen, und es gilt genauso für die 2. Säule: Auch Pensionskassen halten in ihrem Aktienteil traditionell einen Schweiz-Anteil, der ein Vielfaches des Weltmarktgewichts beträgt.

Die Begründungen klingen plausibel, halten einer genaueren Prüfung aber kaum stand:

Das übliche ArgumentWas dagegen spricht
«Wir leben in Franken, also Franken-Anlagen.»Nestlé, Roche, Novartis & Co. erzielen ihren Umsatz grösstenteils im Ausland. Wer Schweizer Grosskonzerne kauft, kauft indirekt ebenfalls Fremdwährungsrisiken.
«Die Schweiz ist stabil und sicher.»Ein stabiles Land macht einen Aktienmarkt nicht risikoärmer. Der SPI ist stark auf wenige Titel und Branchen (Pharma, Nahrungsmittel, Finanz) konzentriert.
«Das kenne ich, das verstehe ich.»Vertrautheit fühlt sich gut an, ist aber kein Renditetreiber. Sie ist eine bekannte Verhaltensverzerrung.
«Alle anderen machen es auch.»Genau das ist der eigentliche Grund. Wer abweicht und falsch liegt, muss sich erklären – wer mit allen anderen falsch liegt, nicht.

Der letzte Punkt ist der ehrlichste. Der Home Bias ist weniger eine bewusste Anlagestrategie als eine Branchenkonvention. Man macht es so, weil man es immer so gemacht hat. Für dich als Anlegerin oder Anleger ist das aber kein guter Grund, auf Diversifikation und Rendite zu verzichten.

Weniger diversifiziert, als der Name verspricht

Der Schweiz-Überhang hat noch eine zweite Folge, die man auf den ersten Blick nicht sieht: Die Portfolios werden konzentrierter. Ein guter Indikator dafür ist das Gewicht der zehn grössten Positionen. Je höher es ist, desto stärker hängt das Portfolio an einzelnen Firmen.

Tabelle seitlich wischen, um alle vier Portfolios zu sehen.

#MSCI ACWI IMIVIAC Global 100finpension Global 100frankly 95 Index
1Nvidia4.37Roche4.90Novartis4.90Roche2.84
2Apple3.99Novartis4.60Roche4.80Gold2.70
3Microsoft3.07Nestlé4.50Nestlé4.40Novartis2.70
4Amazon2.16Nvidia2.34ABB2.70Nvidia2.63
5Alphabet A1.69Apple2.20UBS2.30Apple2.38
6TSMC1.60Richemont2.00Apple2.00Nestlé2.36
7Broadcom1.43UBS2.00Zurich Insurance1.80Microsoft1.83
8Alphabet C1.33Microsoft1.82Richemont1.70UBS1.68
9Meta Platforms1.08Amazon1.16Microsoft1.70TSMC1.59
10Micron Technology0.93Alphabet A0.99TSMC1.50ABB1.50
Top 1021.65 %Top 1026.51 %Top 1027.80 %Top 1022.21 %
Schweizer Unternehmenkeine Aktie (Gold)Gewichte in % gemäss Factsheets per 31.08.2026
AnlageAnzahl TitelGewicht Top 10Differenz zum WeltmarktSchweizer Firmen in Top 10
MSCI ACWI IMI8’16221.65 %–0
VIAC Global 1002’63726.51 %**+4.86 %-Pkt.5
finpension Global 100k. A.27.80 %+6.15 %-Pkt.7
frankly 95 Index5’88922.21 %*+0.56 %-Pkt.5
Ø 3 Anbieter–25.51 %+3.86 %-Pkt.≈ 6

* Inklusive 2.70 % Gold, das keine Aktie ist. ** VIAC weist die fünf grössten Schweizer und die fünf grössten ausländischen Positionen separat aus; die tatsächliche Top-10-Konzentration kann daher leicht höher liegen.

Bei VIAC und finpension stehen fünf bzw. sieben Schweizer Firmen unter den zehn grössten Positionen. Im Weltmarkt schafft es keine einzige unter die Top 10. Das macht deutlich, wie stark die Gewichte verzerrt sind: Die gesamte Schweizer Börse wiegt im Weltindex 1.9 % – im VIAC-Portfolio wiegt Roche allein 4.9 %, also mehr als das Zweieinhalbfache der ganzen Schweiz.

Firmen wie Zurich Insurance, ABB oder Richemont sind gute Unternehmen. Aber sie haben in den Top 10 eines globalen Portfolios nichts verloren. Dass sie dort stehen, ist nicht das Ergebnis des Markts, sondern das Ergebnis einer Gewichtungsentscheidung. Dazu kommt: VIAC hält rund 2’600 Einzeltitel, der Weltmarkt über 8’000. Globale Diversifikation heisst eben nicht nur «viele Länder», sondern auch «jede Firma in ihrem fairen Gewicht».

Mehr Schweiz bedeutet nicht mehr Sicherheit. Es bedeutet: mehr Klumpen in weniger Firmen.

Wirklich passiv wäre: MSCI ACWI IMI

Wer konsequent passiv investieren will, braucht in der 3a genau eines: ein Portfolio, das den Weltmarkt so abbildet, wie er ist. Ohne Heimmarkt-Wette, ohne Währungswette, ohne Gold-Beimischung. Also den MSCI ACWI IMI.

Und hier kommt die gute Nachricht. VIAC und finpension lassen dich deine Strategie selbst zusammenstellen – aus institutionellen Indexfonds mit Fondskosten von praktisch null. Genau das macht sie aus meiner persönlichen Sicht aktuell zu den besten 3a-Anbietern der Schweiz: nicht ihre Standardstrategien, sondern die Freiheit, damit das Richtige zu bauen. Bei frankly wählst du dagegen eine fixe Strategie – die Gewichtung gibt der zugrunde liegende Fonds vor.

So baust du den MSCI ACWI IMI in deiner 3a nach

Der Trick: Wir versuchen nicht, dutzende Ländergewichte von Hand zu erraten. Wir zerlegen den Weltmarkt in vier grosse Bausteine – und die Indexfonds verteilen das Geld innerhalb jedes Bausteins automatisch nach Börsenwert auf die einzelnen Länder und Firmen.

Schritt 1: Die vier Bausteine

Aus den Marktkapitalisierungen im MSCI-Factsheet per 31.08.2026 ergibt sich folgende Aufteilung des Weltmarkts:

BausteinAnteil am MSCI ACWI IMIZielgewicht in der 3a
Industrieländer ex Schweiz – Large + Mid Caps76.9 %76 %
Industrieländer ex Schweiz – Small Caps9.2 %9 %
Schwellenländer12.1 %12 %
Schweiz1.9 %2 %
Liquidität–1 %
Total100 %100 %

Berechnung aus MSCI-Marktkapitalisierungen per 31.08.2026: ACWI IMI USD 116.6 Bio., World IMI 102.5 Bio., EM IMI 14.1 Bio., World Large/Mid 91.7 Bio., Switzerland IMI 2.2 Bio., Switzerland Large/Mid 2.1 Bio.

Industrieländer ex CH, Large + Mid
Small Caps
Schwellenländer
CH + Cash

Beide Anbieter halten technisch bedingt rund 1 % Liquidität. Deshalb werden die 99 % Aktien proportional auf ganze Prozentpunkte gerundet. Die Abweichung zum Index ist minimal.

Schritt 2: Die Produkte auswählen

Tipp: Tippe auf einen Produktnamen oder eine ISIN – sie wird direkt in deine Zwischenablage kopiert. In der App des Anbieters kannst du sie dann in die Suche einfügen.

VIAC – ACWI-IMI-Nachbau
100 % Indexfonds
Vier ungehedgte UBS-Indexfonds plus technisch bedingte Liquidität. Keine Währungsabsicherung, keine Faktor- oder Themenwetten.
GewichtProduktnameISINDeckt abTER
76 %Industrieländer ex CH, Large/Mid0.00 %
9 %Industrieländer ex CH, Small Caps0.06 %
12 %Schwellenländer, Large/Mid0.09 %
2 %Schweiz, 20 grösste Titel0.00 %
1 %VIAC 3a-Konto (Liquidität)–Cash, technisch bedingt–
100 %Total
Gewichtete Fondskosten: ≈ 0.02 % p.a.zzgl. Verwaltungsgebühr VIAC

Bei VIAC folgt der Emerging-Markets-Fonds dem normalen MSCI Emerging Markets. Die kleinen Firmen in den Schwellenländern fehlen damit – bei 12 % Portfolioanteil ein vernachlässigbarer Unterschied. Für die Schweiz reicht der SMI: Bei 2 % Gewicht spielen die fehlenden Schweizer Small und Mid Caps auf Gesamtportfolioebene kaum eine Rolle. Wer es genauer will, kann den Schweiz-Anteil auf 1 % SMI und 1 % UBS SPI Extra aufteilen – ISIN .

finpension – ACWI-IMI-Nachbau
100 % Indexfonds
Vier institutionelle Swisscanto-Vorsorgefonds, alle ungehedgt und mit TER 0 %. Keine Währungsabsicherung, keine ESG-Filter, keine Faktorwetten.
GewichtProduktnameISINDeckt abTER
76 %Industrieländer ex CH, Large/Mid0.00 %
9 %Industrieländer ex CH, Small Caps0.00 %
12 %Schwellenländer, Large/Mid0.00 %
2 %Ganze Schweiz (SPI)0.00 %
1 %finpension Liquidität–Cash, technisch bedingt–
100 %Total
Gewichtete Fondskosten: 0.00 % p.a.zzgl. Pauschalgebühr finpension (0.39 % p.a.)

Bei finpension besteht der Nachbau ausschliesslich aus institutionellen Swisscanto-Indexfonds mit einer TER von 0 % – dieselben Fonds, die finpension auch in seiner Standardstrategie verwendet, nur mit der Gewichtung des Weltmarkts statt mit 40 % Schweiz. Die Kürzel «IPF» und «NMT» kennzeichnen echte Vorsorgefonds; sie können ausländische Quellensteuern auf Dividenden weitgehend zurückfordern. Der Switzerland-Total-Fonds bildet den ganzen SPI ab, du musst Schweizer Large und Small Caps also nicht separat mischen.

Achtung bei der Klasse: In der finpension-App gibt es viele Fonds in mehreren Varianten. Wähle immer die ungehedgte Klasse «NT CHF» bzw. «NMT CHF» – nicht «NTH» oder «NTH1» (währungsgesichert) und nicht die «Responsible»-Varianten (ESG-Filter). Beides weicht vom Weltmarkt ab. Am sichersten suchst du direkt per ISIN.

Auch bei finpension folgt der Emerging-Markets-Fonds dem normalen MSCI Emerging Markets ohne Small Caps. Einen Schwellenländer-Indexfonds inklusive Small Caps habe ich im finpension-Angebot nicht gefunden – auf Gesamtportfolioebene ist dieser Unterschied aber sehr klein.

Schritt 3: Beide Umsetzungen im Überblick

MerkmalVIACfinpension
Industrieländer Large + Mid76 %76 %
Industrieländer Small Caps9 %9 %
Schwellenländer12 %12 %
Schweiz2 % (SMI)2 % (ganzer SPI)
Schwellenländer Small Caps✗✗
Nur Indexfonds✓✓
Währungsabsicherungkeinekeine
Gewichtete Fondskosten≈ 0.02 %0.00 %
Nähe zum MSCI ACWI IMIsehr hochsehr hoch
So gehst du in der App vor
  1. Eigene Strategie anlegen. Bei VIAC und finpension kannst du die Standardstrategie anpassen oder eine eigene zusammenstellen.
  2. Produkte per ISIN suchen. ISIN oben antippen, in der App in die Suche einfügen, Produkt hinzufügen.
  3. Gewichte eintragen. 76 / 9 / 12 / 2 – den Rest (1 %) hält der Anbieter als Liquidität. Alle anderen Produkte auf 0 % setzen.
  4. Prüfen und bestätigen. Kontrolliere, dass Schweiz nur noch rund 2 % ausmacht und keine währungsgesicherten Fonds mehr enthalten sind (Kürzel «NTH», «hedged» oder «hgd»).
  5. Einmal pro Jahr kurz nachschauen. Die Gewichte der Bausteine verschieben sich nur langsam. Ein Blick ins aktuelle MSCI-Factsheet reicht, um die Aufteilung bei Bedarf um einen Prozentpunkt anzupassen.
Beachte: Ein Wechsel innerhalb desselben Anbieters ist in der Regel kostenlos, ausser den üblichen Spreads bzw. Ausgabe- und Rücknahmespesen der Fonds. Ein Umbau ist kein Market-Timing – du wechselst nicht von Aktien in Cash, sondern von einem Schweiz-lastigen in ein globales Aktienportfolio mit ähnlichem Risiko.
Das Wichtigste in Kürze

Das Schöne an diesem Umbau: Du brauchst keinen neuen Anbieter und keine teure Beratung. Du bleibst bei einem günstigen, digitalen Anbieter – und nutzt einfach die Freiheit, die er dir gibt. Einmal richtig eingestellt, besitzt du in deiner Säule 3a endlich das, was der Name verspricht: die ganze Welt, in ihrem fairen Gewicht.

Daten & Quellen

  1. MSCI Inc.: Index Factsheet MSCI ACWI IMI Index (USD), Stand 31.08.2026 – Anzahl Titel, Top 10, Länder- und Marktkapitalisierungsdaten, 5-Jahres-Rendite in USD.
  2. VIAC / Terzo Vorsorgestiftung: Factsheet VIAC Global 100 (Säule 3a), August 2026 – Regionen, Positionen, Rendite, Wertschriften.
  3. finpension 3a Vorsorgestiftung: Factsheet finpension Global 100 (Vorsorge), Stand 31.08.2026 – Regionen, Währungen, Positionsliste, Rendite.
  4. frankly (Zürcher Kantonalbank): Strategie frankly 95 Index, umgesetzt mit Swisscanto (CH) IPF III Vorsorge Fonds 95 Passiv NT CHF – Factsheet August 2026.
  5. Renditen SPI, S&P 500 und MSCI-ACWI-ETF in CHF über 5 Jahre sowie USD/CHF-Kurs: Kursdaten per Ende August 2026, eigene Berechnung der annualisierten Renditen (CAGR).
  6. Produkt-ISIN und TER: Anbieter-Apps VIAC und finpension bzw. Fonds-Factsheets der Produktanbieter, Stand September 2026.
  7. Fama, E. F. (1970): «Efficient Capital Markets: A Review of Theory and Empirical Work», Journal of Finance.

Wichtiger Hinweis

Keine Anlageberatung, keine Empfehlung. Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information, der Finanzbildung und der Unterhaltung. Er stellt weder eine Anlage-, Steuer-, Rechts- noch Vorsorgeberatung dar und ist keine Empfehlung, Aufforderung oder Offerte zum Kauf, Verkauf oder Halten von Finanzinstrumenten oder zur Wahl eines bestimmten Anbieters oder einer bestimmten Strategie. Die gezeigten Portfolio-Aufteilungen sind rein illustrative, rechnerische Nachbildungen eines Index und berücksichtigen weder deine persönliche Situation, deine Ziele, deinen Anlagehorizont noch deine Risikofähigkeit und Risikobereitschaft.

Jede Anlageentscheidung triffst du selbst, eigenverantwortlich und auf eigenes Risiko. Prüfe vor einer Umsetzung die aktuellen Produktunterlagen, Gebühren, ISIN, TER und Verfügbarkeiten direkt beim Anbieter und ziehe bei Bedarf eine unabhängige, qualifizierte Fachperson bei. Vergangene Renditen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse; Aktienanlagen können stark schwanken und zu erheblichen Verlusten führen. TrueFinance erhält von keinem der genannten Anbieter eine Vergütung und steht in keiner geschäftlichen Beziehung zu ihnen.

Miguel Weber, Gründer von TrueFinance
Miguel Weber
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Bei TrueFinance geht es um Finanzbildung ohne Interessenskonflikte – keine versteckten Provisionen, keine Produktverkäufe. Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen direkt aus den offiziellen Factsheets von MSCI, VIAC, finpension und frankly/Swisscanto; die Auswertungen und Nachbauten habe ich selbst gerechnet.

Ich zeige dir jede Zahl und jede Quelle transparent – damit du deine 3a selbst und gut informiert einstellen kannst, ohne dass dir jemand etwas verkaufen will.

Alle Inhalte, Angaben und Berechnungen erfolgen ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und dienen ausschliesslich Informations-, Bildungs- und Unterhaltungszwecken. Sie stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung dar. Jegliche Haftung für Entscheidungen oder Verluste, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden bzw. entstehen, wird im gesetzlich zulässigen Umfang ausgeschlossen. Kapitalanlagen bergen Verlustrisiken bis zum Totalverlust.

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